Islandpferde und ihre Kennzeichnung

Wie auch bei unseren kleinen Haustieren, gibt es bei Pferden ebenfalls mehrere Möglichkeiten, Pferde zu kennzeichnen. Nicht nur um zu verhindern, dass es gestolen und verkauft wird, sondern auch aus versicherungstechnischen und tierhalterlichen Gründen.

In Island werden für die Kennzeichnung vier unterschiedliche Methoden angewandt:

  • Der Kaltbrand
  • Die Ohrenmarkierung
  • Der Mikrochip

Die Ohrenmarkierung

Das Markieren der Ohren wird heutzutage immer noch recht häufig angewendet. Die Pferdezüchter schneiden dabei bestimmte (hofspezifische) Muster in ein Ohr. Anhand dieses Schnittmusters kann das Pferd dann identifiziert werden. Nachteil ist allerdings, dass diese Pferde richtig verstümmelte Ohren haben, deren Muster bei Diebstahl auch verändert werden können.

Der Kaltbrand

Zusätzlich zum Ohrmuster ist auch der Kaltbrand sehr verbreitet. Basis hierfür ist ein Nummernsystem, das dem Kenner Aufschluß gibt über Herkunft und Alter des Tieres. Die Kaltbrand-Nummer wird auch im Zuchtregister aufgeführt.

Benützt wird ein Kupferstempel der in flüssigen Stickstoff getaucht wird. Flüssiger Stickstoff ist enorm kalt (-170°C) und führt bei Hautberührung schnell zu Erfriehrungen. Genau das ist es, was den Kaltbrand auszeichnet. Während der Stempel für wenige Sekunden auf die haut gepresst wird, erfrieren an der Berührungsstelle die Hautzellen und somit verliert die Haut auch an diesen Stellen die Fähigkeit den Hautpigment Melanin zu bilden. Die betroffende Haut und die Haare werden in Zukunft nur noch weiß erscheinen. Am häufigsten werden Kaltbrände an der Sattellage oder seltener am Hals des Pferdes angebracht.

Die achtstellige Nummer selbst setzt sich aus folgenden Informationen zusammen:

Stellen 1+2: Das Geburtsjahr (anstelle 1997 steht 97 ...usw.)
Stelle 3: die 1 steht für männlich, die 2 steht für weiblich
Stelle 4+5: Region-Nummer (siehe Liste)
Stelle 6,7+8: Züchter-Nummer innerhalb der Gemeinde

Bsp.: Nr.: 90.1.55-424
Geburtsjahr: 1990
Pferd ist männlich (ob Wallach oder Hengst geht aus der Nr. nicht hervor)
Region: West Húnavatnssysla
Züchter: Hjálmar Pálmason

Region Nummer Buchstabe
Arnessýsla-Tiefebene, Selfoss, Vestmanneyjar 87 X
Arnessysla-Hochland! 88 I
Borgarfjörður, Akranes 35 B
Dalasýsla 38 D
Ost Húnavatnssýsla 56 H
Ost Skaftafellssýsla, Höfn 77 Z
Ost Rangárvallasýsla 84 O
Ost Skagafjörður 58 W
Eyjafjörður, Akureyri, Dalvík, Ólafsfjörður 65 A
Kjalarnes, Reykjavik-Umgebung 25 R
Mýrasýsla, Borgarnes 36 M
Nord Múlasýsla, Seyðisfjörður 75 S
Nord Þingeyjarsýsla 67 N
Snæfellsnes- und Hnappadalssýsla 37 P
Süd Múlasýsla, Neskaupstaður, Eskifjörður 76 U
Süd Þingeyjarsýsla, Húsavík 66 E
Strandasýsla 49 T
Vestfirðir 45 F
West Húnavatnssýsla 55 V
West Skaftafellssýsla 85 Y
West Rangárvallasýsla 86 L
West Skagafjörður, Sauðárkrókur 57 K

Aber auch Isländer sparen Zeit, auch sie lassen manche Nummern weg oder kürzen sie ab. Ob das Pferd männl. oder weibl. ist sollte zB jeder Pferdekundige selbst sehen können..also wird häufig die 3. Stelle der Nr. weggelassen: Sporður hätte dann die Nr. 90.55-424. Um die Kennziffer der Region abzukürzen wurde jeder gemeinde ein Buchstabe zugeordnet. Für West Húnavatnssysla steht der Buchstabe V, Sporðurs Nummer wäre nun: 90-V-424 ... und so passt sie unter jeden Sattel!

Der Mikro-Chip

Mittels einer feinen Einfuhrkanüle wird ein kleiner Chip in den Muskel ge"spritzt". Auf diesem Mikrochip sind alle relevanten Daten des Tieres gespeichert. Tiere können mittels einem Ablesegerät für immer identifieziert werden.

Alle diese Markierungen müssen übrigens im neuen Equidenpass eingetragen werden um Pferde eindeutig zuordnen zu können.



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