ISLANDPFERDE
- Einfach phantastisch
!
Berichte und
Reiseberichte
Einmal
durch Island reiten - Mein Traum
wird wahr!
von Angela M. Wydra
Die Anreise und ersten
Eindrücke
Seit meiner frühen
Jugend, genauer gesagt seit der
damaligen Weihnachtsserie "Nonni
und Manni" interessiere ich mich
für Island und die Pferde.
Seit damals war es mein
größter Wunsch, einmal
durch Island zu reisen, und
dieser Traum wird jetzt in
Erfüllung gehen.
Nach einem etwa
zweistündigen Flug von
Düsseldorf nach
Keflavík fahre ich mit dem
Bus nach Reykjavik, wo ich die
ersten zwei Tage verbringen will.
Unterwegs von dem internationalen
Flughafen in Keflavík
schaue ich rechts und links; von
den beeindruckenden Landschaften,
die ich in
Island-Reiseführern und
Bilderbüchern gesehen habe,
ist nichts zu sehen. Ich sehe nur
graues Lavagestein in der
Dämmerung! Ich bin total
enttäuscht! Sieht so etwa
das Land aus, von dem ich immer
geträumt habe? Am
nächsten Tag merke ich, so
ist es überhaupt nicht! Das
Land ist viel, viel schöner
als ich in meinem Träumen
oder auf irgendwelchen Bildern
gesehen habe.
Die "Golden Circle
Tour"
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Am zweiten Tag in
Island entschließe
ich mich, eine Bustour
zu Islands
berühmten
Naturschauspielen, den
"golden Circle" zu
machen. Diese Route
umfaßt den Kreis
Reykjavík-Þingvellir-Gullfoss-Geysir-Skálholt-Reykjavík.
Als erstes fahren wir
zum
"Þingvellir"-Nationalpark.
Die Landschaft hier ist
atemberaubend schön
und sehr beeindruckend
zugleich.
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Þingvellir, wo sich eine
der ältesten
Thingstätten überhaupt
befindet, liegt zwischen
Lavaspalten, den Trennungslinien
der Kontinentalplatten Europa und
Amerika. An diesem Ort machten
die alten Wikinger ihre Gesetze
und hielten ihre Althings ab.
Anschließend fahren wir zum
"Gullfoss" oder auf deutsch dem
goldenen Wasserfall, einen der
wasserreichsten Wasserfälle
Europas. Beim "Gullfoss" donnern
die Wasser des Gletscherflusses
"Hvítá" über
eine Serie von Kaskaden in den
50m tiefen
"Hvítárgljúfur"
(Hvítá-Canyon). Man
kann ziemlich nahe an die
Fälle heran gehen, und es
ist wunderbar anzusehen, wie die
aufgewickelten Wasserteilchen
beim sonnigem Wetter in allen
Farben des Regenbogens leuchten.
Der "Gullfoss" ist einer der
schönsten Wasserfälle
der Welt. Von hier aus ist es
nicht mehr Weit bis zum "Geysir"
im "Haukadalur"-Tal. Lange war
"Geysir", der übrigens allen
heißen Quellen der Welt
ihren Namen gegeben hat, einer
der mächtigsten der Welt.
Aber seit einem Erdbeben Anfang
der siebziger Jahre ist der
große Geysir kaum mehr in
Aktion getreten. Dafür
schleudert sein Bruder, der
"Strokkur" seine heiße
Wassersäule ca. alle 5-10
Minuten bis zur 30 Meter hoch. In
der ganzen Umgebung sieht man
noch viele kleinere heiße
Quellen und ähnliche
Phänomene. Jetzt geht die
Tour weiter zum
"Skálholt", dem ersten
Bischhofsitz Islands, der im
Jahre 1056 gegründet wurde.
Hier entstand auch die erste
Schule des Landes. Auf dem
Rückweg halten wir noch an
dem Explosionskrater "Kerið"
und erreichen gegen Abend wieder
Reykjavík.
So sagenhaft schön und
phantastisch ist Island also
wirklich.
Nach einer weiteren Nacht in
der Jugendherberge mach ich am
nächsten Tag einen
ausgiebigen Stadtbummel durch
Reykjavík. Mein Weg
führt mich auch zu der
"Hallgrímskirkja" am
"Skólavörðuholt",
einer modernen Kirche im
isländischen Baustil, die
zum richtigen Wahrzeichen der
Stadt geworden ist. Von ihrem
Aussichtsturm hat man einen
unglaublichen Blick über
Reykjavík und Umgebung. An
diesem Abend kehre ich
früher in die
Jungendherberge zurück, in
freudiger Erwartung auf die
Reittour, die am folgenden Tag
beginnen soll.
...Und endlich geht es los!
Nach zwei Tagen Aufenthalt in
Reykjavík werde ich von
Arinbjörn
(Abbi) Jóhannssonan
der Jugendherberge abgeholt. Die
Reise führt nach Nordisland,
wo Abbi seinen Hof hat. Unterwegs
als wir der Küste entlang
fahren, an Tafelbergen und
erloschenen Vulkanen vorbei,
lerne ich die Gruppe kennen, mit
der ich in den nächsten 10
Tagen den Nordwesten Islands
erkunden werde. Kurz vor
Mitternacht erreichen wir endlich
Abbi´s Hof "Brekkulækur".
Am nächsten Tag brechen wir
auf......!
Jeder bekommt zwei bis drei
Pferde zugeteilt, je nach
reitlichem Können, das wir
auf einem Proberitt unter Beweis
stellen müssen.
Am nächsten Tag brechen
wir mit 14 Reitern und 44 Pferden
auf. Da wir meist im schnellen
Tölt reiten, wechseln wir
alle 1-2 Stunden die Pferde,
damit die sich zwischendurch
erholen können. Wir
überqueren mehrfach den
Fluß
"Miðfjarðará" und
erreichen bald den Tal der
"Fitjá", einem
Nebenfluß des
berühmten Lachsfluß
"Víðidalsá".
Wie folgen dem Lauf der
"Fitjá" und gelangen so in
das Tal "Víðidalur",
wo wir und die Pferde über
Nacht bleiben. Dieses Tal wird
auch "Pferdestall
Reykjavíks" genannt, da
hier beinahe 1000 Pferde stehen,
die meist Freizeitreitern aus
Reykjavík gehören.
Bevor wir am nächsten Tag
weiterreiten, fahren wir zu
"Kolufossar", einem in der
Nähe liegenden Wasserfall,
der mit seinen
geröllbeladenen Wassermassen
eine tiefe Schlucht in die Ebene
gegraben hat, so daß man
ihn in diesem Tal gar nicht
vermutet. Nach dieser
Besichtigung reiten wir weiter
talabwärts. Nach mehreren
Stunden erreichen wir den 177m
hohen "Borgarás", auf dem
sich die Festungsanlage
"Borgarvirki" befindet.
Mauerreste beweisen, daß
hier einst die einzige Burg
Islands gestanden hat. Von hier
aus hat man einen herrlichen
Blick über die
Küstenlandschaft der
"Húnaflói" und
Islands größten
Strandsee, den "Hóp". Der
"Hóp" ist das Sammelbecken
der Flüsse und seine
Größe schwankt je nach
Gezeiten zwischen 29 und 44
Km2. Nach einer
längeren Rast bei
"Stóraborg" reiten wir
weiter bis zum Ufer des
"Hóp". Hier ziehen wir uns
Gummihosen an, die an den
Stiefeln festgeklebt werden,
damit wie keine nasse
Füße bekommen. Wir
durchreiten den See, dessen
Wasser uns teilweise bis zum
Bauch reicht, aber wir kommen
doch trockenen Fußes am
anderen Ufer an. Hier lassen wie
die Pferde noch einmal
verschnaufen, um dann unsere 3
Tagesetappe zu den großen
und historischen Bauernhof
"Þingeyrar" zu starten wo
wir die Pferde über Nacht
lassen.
Weiter
zu Teil 2
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© 1997-2001 by Angela M.
Wydra
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