Isländischer
Literatur
Reformation/
Aufklärung
Die Reformation ist für
die Isländer nicht nur die
Konfessionsänderung sondern
auch ein weiterer
Eigenständigkeitsverlust
gegenüber der dänischen
Krone.
Literarisch ist die Zeit der
Reformation beschränkt auf
das Übersetzen und Verfassen
von religiösen Schriften und
Kirchenliedern. Der
größte
isländische Dichter war der
Landpfarrer Hallgrímur
Pétursson (1614-1674),
dessen meisterhafte
Passionsgesänge bis heute
über sechzig mal aufgelegt
wurden. Die Grablieder daraus
werden auch heute noch an fast
jedem Grab eines Isländers
gesungen.
Entdeckungsberichte und
Reisebeschreibungen waren im
kontinentalen Europa gerade in
Mode gekommen. Von Island
existierten bald auch solche
Berichte, allerdings strotzten
sie von Übertreibungen etc.
Im Auftrag des dänischen
Königs begannen die beiden
Wissenschaftler Eggert
Ólafsson und Bjarni
Pálsson ein Reisebuch von
Island zu verfassen. 1752
startete ihre Expedition und sie
besuchten praktisch alle
bewohnten Gebiete Islands. 1767
vollendete Eggert Ólafsson
das Reisebuch, was 1772 in
dänisch erstmals erschien.
Ihr Buch ist weniger ein
Reisebuch sonder eher ein
naturkundliches und
soziologisches Werk, also die
erst sachliche Länderkunde
über Island.
Jón
Þorláksson
(1744-1819) und Benedikt
Gröndal (1762-1825) sind
zwei weitere Schriftsteller aus
dieser Epoche, die sich im
wesentlichen mit
Übersetzungen
beschäftigten und zu
Wegbereitern der
isländischen Dichtkunst
wurden. Außerdem
erwähnenswert, besonders
unter geologischen
Gesichtspunkten, sind die
autobiographischen Aufzeichnungen
des Pastors Jón
Steingrímsson (1728-1791)
in denen der Ausbruch der
Laki-Spalte 1783 beschrieben
ist.
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