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Kulturelles aus Island

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Isländischer Literatur

Sagas

Saga f. (Pl. Isländisch Sögur, deutsch auch Sagas) hat die Grundbedeutung "etwas Erzähltes" (vom Verb segja "erzählen"), bezeichnet aber schon seit dem 12. Jh. vor allem längere schriftliche Erzählungen und kann sich sowohl auf originale literarische oder historische Werke als auch auf Übersetzungen beziehen. Heute verwendet man den Begriff nur für Werke von mindestens 5.000 Wörtern, während kürzere Erzählungen als Þættir (Sg. Þáttr) bezeichnet werden. Die Länge der mittelalterlichen Sögur schwankt stark, bei den Isländersagas ist die Njáls saga mit 97.000 Wörtern die längste, die Hrafnkels saga mit 10.000 Wörtern eine der kürzesten.

Der Beginn der Saga-Schreibung fällt schon ins 12. Jh., die Blüte erlebte sie jedoch im 13. Jh., als die meisten Isländersagas und die wichtigsten Konungasögur verfaßt wurden; den Höhepunkt der Saga-Schreibung setzt man üblicherweise mit der um 1285 entstandenen Njáls saga an, andere bedeutende Isländersagas wie die Grettissaga entstanden aber noch im 14. Jh.

Zur Unterteilung der Saga als literarische Gattung hält man sich an Herkunft und Stand des Helden sowie an den zeitlichen und räumlichen Abstand der Handlung vom Verfasser des Werkes; mit Hilfe dieser Kategorien kommt man zu folgenden Saga-Genres:

  1. Íslendigasögur (Isländersagas), die eigenständigste und bedeutendste Gruppe mittelalterlichen Sagas, spielen vor allem in Norwegen und Island in der Zeit zwischen 900-1050 (söguöld "Sagazeitalter"), der Held ist üblicherweise ein isländischer Bauernsohn.
  2. Samtíðarsögur (Gegenwartssagas) handeln von für den Verfasser mehr oder weniger zeitgenössischen Personen und Ereignissen und spielen vorwiegend in der Zeitspanne zwischen 1117-1264. Diese weltlichen und recht sachlichen Texte werden unter dem Titel Sturlunga saga zusammengefaßt.
  3. Biskupasögur (Bischofssaga) sind Biographien isländischer Bischöfe vom 11. bis ins 14. Jh., nur teilweise sachlich-distanziert, meist hagiographisch orientiert und besonders die Heiligkeit des Helden betonen.
  4. Konungasögur (Königssagas) sind Sagas über skandinavische Könige oder Fürsten, deren Handlung in der Zeit zwischen dem 9. und dem 13. Jh. angesiedelt ist und in Skandinavien, auf den Orkneys oder den britischen Inseln spielt. Solche Werke über Könige des 13. Jh.s werden zum Teil von Zeitgenossen der Könige verfaßt.
  5. Fornaldarsögur (Vorzeitsagas) sind heroische oder phantastische Abenteuergeschichten, die in Skandinavien (nie in Island) in einer nicht näher definierten frühgeschichtlichen, jedenfalls aber lange zurückliegenden Zeit handeln. Die Helden sind oft Königssöhne, manchmal aber auch norwegische Bauern.
  6. Riddarasögur (Rittersagas) sind entweder norwegische Übersetzungen (bzw. Übertragungen) ausländischer höfischer Epen (dann übersetzte Riddarasögur) oder isländische Imitationen solcher Werke, die in Zeit und Raum weit entfernt angesetzt waren und entsprechend phantastische Handlungen aufweisen, deren Protagonisten fast ausschließlich Prinzen und Prinzessinnen sind (sog. originale Riddarasögur).
  7. Märchensagas sind den Volksmärchen nahestehende phantasievolle Erzählungen, die sowohl den Fornaldarsögur als auch den originalen Riddararsögur nahestehen können; die isländische Bezeichnung Lygissögur ("Lügensagas") ist unscharf und abwertend und kann auch für die phantastischeren Produkte der beiden vorgenannten Genres verwendet werden.
  8. Heilagra manna sögur (Heiligensagas) sing vorwiegend Übersetzungen und Übertragungen lateinischer Heiligenleben und gehören durchweg zur hagiographischen Literatur, während die entsprechenden Werke über skandinavische Heilige unter die Konungasögur oder Biskupasögur gereiht werden.
  9. Weltlich historische Übersetzungsliteratur nach lateinischen Vorlagen, wozu die Trójumanna saga, die Alexanders saga, die Gyðinga saga, Rómverja saga, Breta sögur und Veraldar saga zählen.

Quelle: Rudolf Simek/ Hermann Pálsson: Lexikon der altnordischen Literatur. Stuttgart, 1987. S. 301ff.

Besonders wichtig sind die Gattungen Íslendigasögur, Fornaldarsögur, Konungasögur und die Lygissögur. Die klassische Familiensaga, die Isländersaga, kann als die Saga schlechthin bezeichnet werden.

Die Sagas wurden auf Pergament geschrieben und zu Büchern gebunden. Im Gegensatz zu den mittelalterlichen Pergamentschriften anderer Länder sind die isländischen Handschriften wesentlich weniger ausgeschmückt und weisen starke Benutzungsspuren auf da sie Gebrauchsgegenstände und keine Schmuckstücke waren. Heute sind deshalb nur noch vergleichsweise wenige Schriften erhalten, die seit ihrer Rückgabe aus dänischem Besitz in isländischen Museen aufbewahrt werden.

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Mittlerweile kommen die rotgekleideten Weihnachtsmänner sogar mit dem Coca-Cola-Zug in die Stadt....

..und sie sind nicht mehr böse...

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