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Land
& Leute
Die
Isländer
Ein
Volk mit Wurzeln
Wie tief
die isländischen Wurzeln in
den Boden reichen, kann
natürlich niemand sehen. Man
müßte den Baum der
Vergangenheit fällen und die
Wurzeln ausreißen, um ihren
Umfang und die ganzen
unterirdischen Verästelungen
zu erkennen. Fakt aber ist,
daß diese Wurzeln immer
noch genügend Saft
enthalten, um oberirdische Triebe
hervorzubringen.
Einige
aktuelle Beispiele: Die
Bandamanna saga wurde mit
großem Erfolg auf der
Bühne inszeniert. Selbst
Jugendbücher, wie die
kürzlich erschienene
Fjölmóðs saga
föðurbetrungs von
Kristinn R. Ólafsson,
greifen auf Stil und Thematik der
Sagas zurück. Der klassisch
gewordene Roman Die Islandglocke
von Halldór Laxness
verschreibt sich der bedrohten
Sagatradition im 18. Jahrhundert.
Der Bildhauer Páll
Guðmundsson schafft parallel
zu den Porträts seiner
leibhaftigen Nachbarn aus der
Gegend von Húsafell eine
Vielzahl märchenhafter
Wesen. Der bekannte Maler
Jóhannes S. Kjarval
belebte seine Landschaftsbilder
mit elfengleichen Figuren. Und in
der Art von Western drehte Hrafn
Gunnlaugsson einige populäre
Filme, die manchmal als Northern
kategorisiert werden und auf dem
Geist der Sagas basieren. Dieser
Stoff scheint immer noch in der
Luft zu liegen, auch wenn die
häufige Feststellung,
daß nämlich jedes
Schulkind die Isländersagas
im Original lesen könnte,
kaum zutrifft.
Das
liegt nicht daran, daß die
Isländersagas verloren
seien. Die alten Handschriften
befinden sich seit Juni 1997
wieder vollständig in
isländischem Besitz, von
Dänemark zurückgegeben
- beispielhafte Geste der
ehemaligen Kolonialmacht. Das
Isländische hat sich
entgegen jeder populären
Behauptung in der Tat gewandelt.
Sowohl Orthografie als auch
Formulierungen der Sagas wirken
im Original des 12. und 13.
Jahrhunderts antiquiert und
häufig schwer
zugänglich. Da alle Sagas
und die Edda aber in moderner,
lesbarer Fassung vorliegen -
einige auch in Deutsch und
weiteren Sprachen - und als
Unterrichtsstoff dienen, kann man
mit einiger Berechtigung sagen,
daß den heutigen
Isländern ihre Mythologie
und die Sagathematik vertraut
sind. Sportvereine sind ebenso
nach mythologischen Figuren
benannt worden wie Betriebe oder
Fang- und
Küstenwachtschiffe. Und wenn
jemand seinem neugeborenen Kind
einen Namen geben will,
fällt die Wahl erstaunlich
oft auf Götternamen wie Sif,
Freyja, Idunn oder Saganamen wie
Melkorka, Gerður,
Ásdís für
Mädchen und Thor, Baldur,
Freyr oder Gunnar, Egill und
Illugi für Jungs.
Weiter: Welthunger
©
1997-2001 Gudrun-M.H.
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Backwaren kauft man beim
bakarí, Fleisch
in der
kjötbú und
Süssigkeiten inder
Sælgætisbúð.
Hákarl ist
(k)eine isländische
Spezialität,
allerdings schmeckt
fermentierter Hai nicht
jedem.
Hast
Du auch
einen
Insider
Tip?
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