Geologie Islands
3 Historische und aktuelle
Entwicklung Islands
3.3 Geothermale Gebiete
3.3.1 Heiße
Quellen
Z. Zt. Gibt es in Island ca.
250 Thermalgebiete mit etwa 600
größeren Quellen.
Wesentlich höher wäre
die Anzahl der Quellen, wenn man
auch alle kleinen mitzählte.
Pro Sekunde liefern alle
natürlichen
isländischen Quellen etwa
1200 l durchschnittlich 75°C
heißes Wasser. Zusammen mit
den Bohrungen werden 4000 l/s mit
einer Temperatur von im Mittel
120°C erreicht.
Dieses gewaltige Potential
wird zum Teil von den
Isländern auch genutzt.
Reykjavík wird fast
vollständig mit
Fernwärme und warmen
Brauchwasser aus solchen Quellen
versorgt. In vielen anderen Orten
gibt es ähnliche
Versorgungssysteme; in
Hveragerði werden
Gewächshäuser
geothermal beheizt und es gibt
einige Kraftwerke zur
Stromerzeugung aus heißem
Dampf.
Heiße Quellen sind auf
Island in den Gebieten zu finden,
die seit dem Tertiär oder
dem frühen Quartär
nicht mehr vulkanisch aktiv sind.
Besonders häufig sind sie in
Tälern, Niederungen und
Ebenen im Bereich der Basalte zu
entdecken. Dies mag zuerst nach
einem Widerspruch klingen, aber
heiße Quelle hängen
nicht mit dem aktiven Vulkanismus
zusammen, sondern mit dem
älteren.
In den Gebieten älteren
Vulkanismus gibt es häufig
sog. Intrusionen. Das sind
unterirdische Bereiche, in denen
Magma in andere Gesteine
eingedrungen ist. Diese
Intrusionen sind zwar inzwischen
erstarrt, haben aber immer noch
eine sehr hohe Temperatur, die
sie an umliegendes Gestein
abgeben. Heiße Quellen
entstehen dort, wo dadurch die
Bodenwärme hoch ist und
außerdem genügend
Wasser vorhanden ist.
Durch die vielen Verwerfungen
und Spalten versickert das
Grundwasser in Tiefen von 1000
bis 2000 m, wo es sich
entsprechend der
Gesteinstemperatur erhitzt. Nach
u. U. weitläufiger und
mehrtausendjähriger
unterirdischer Zirkulation
gelangt es wieder durch Spalten
und Verwerfungen zurück an
die Oberfläche und bildet
dort eine Heiße Quelle oder
Therme. Bei seinem Aufsteig hat
das Wasser eine Temperatur von
höchstens 150°C.
Gebiete mit heißen Quellen
werden in Island als
Niedertemperaturgebiete
klassifiziert.
Das Wasser löst auf
seinem Weg viele mineralische
Stoffe aus den Gesteinen und
enthält an der Quelle 150
bis 1000 mg gelöstes
Kieseldioxyd, Natriumchlorid,
Natriumsulfat, Natriumkarbonat,
Kalzium, Eisen, Fluor und Bor. Es
reagiert entsprechend
alkalisch.
Heiße Quellen haben ganz
verschiedene Formen. Allein im
Gebiet im Haukadalur lassen sich
auf 9 ha 14 Quellen ganz
verschiedenen Typs
beobachten.
Unter ihnen sind
natürlich auch Islands
bekannteste Quellen: die
Springquellen Geysir und
Strokkur.
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