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Reisefühere Island

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Reiseführer

Das isländische Hochland

Kjölur


Als eine der einfachen Routen durch das isländische Hochland geizt diese trotzdem nicht mit einer schlicht umwerfenden Landschaft. Ausgangspunkt ist hier die Ringstrasse zwischen Blönduos und Varmahlid. Auf einer relativ neu erbauten Strasse geht es zu dem Stausee Blöndulón Richtung Süden. Ziemlich bald sieht man am Horizont zwei große Gletscher auftauchen: Hofsjökull im Osten und Langjökull im Westen. Durch die sehr karge Landschaft zieht sich der Weg weit bis zu einem Punkt an dem ein Wegweiser zu einem Flugplatz für Erstaunen sorgt. Bei dem Wind, denn wir vorher genossen haben, ist an Fliegen nicht zu denken (Sammeln die Isländer eigentlich an der Ostküste die weggewehten Vögel wieder ein und bringen diese im Bus zurück in den Westen?). Nach einem Zaun, welcher die Verbreitung von Schafkrankheiten einschränken soll, geht es dann auf einer kurzen Piste nach Hveravellir.

Eine kleine Wiese, einige Hütten, das ist eine richtige Oase in dieser kalten Wüste. Ein Blick von den heißen Quellen und dem Geysir zu dem Hofsjökull zeigt einen Teil der Kontraste, die einem auf Island erwarten. Zum Kaffeekochen empfiehlt sich die aromatisierte Brühe jedoch nicht. Zum Glück ist die Wiese als Zeltplatz ausgezeichnet, und während die Liegematte sich selber in dem Zelt aufbläst, kann man ziemlich zufrieden das Abendessen vorbereiten.

1999 hatten uns beim Abendessen die Lichter von einem Haufen von Island-Monstertrucks aufgeschreckt. Der vorher so ruhige Platz wurde nun von einem Haufen Isländer überfallen, der die Hütte nebenan in Beschlag genommen hatte. Und wir hatten uns schon so auf ein Bad in dem warmen Wasser gefreut, das nun die Isländer bevölkerten. Alkohol und Gesang hatten uns bis um 2 Uhr morgens wachgehalten. Danke! Das war ehrlich gemeint! Nicht in dem Moment, aber auf dem Gang zur Toilette ein gigantisches Nordlicht zu erleben das hat was... Also es war schon verdammt kalt, so etwa -5°C, das Zelt steif gefroren, aber binnen Sekunden wurde es mir warm. In der Nacht musste die Wolkendecke aufgerissen sein - eine Folge der isländischen Wettergesänge? - und über den gesamten Himmel zog sich das Band eines Nordlichtes. Ein irrer Anblick, für den ich jederzeit wieder bis 2 Uhr wach gehalten werde!

Am Morgen danach beim Anblick des Hofsjökull vor dem Zelt sitzen, eine warme Tasse Kaffee trinken, verbinde ich nun unlösbar mit Urlaub. Der Weg danach weiter Richtung Süden ist nun deutlich rauher, als die nördliche Hälfte. Die ganze Strecke bis zum Gullfoss liegt nun der Langjökull zur Rechten. Die Landschaft bleibt ausgesprochen karg, jedoch laden einige Abzweigungen zu Ausflügen ein. Der See Hvitarvatn ist berühmt für seine Vögel und das Kerlingarfjöll ein Skigebiet mit heißen Quellen - Kontrastprogramm auf isländisch eben. Am Schluß dieser Strecke lockt nun ein Highlight: der Gullfoss. Spätestens am Parkplatz mit seinen Massen an Touristen wünscht man sich in die Einsamkeit des Hochlandes zurück.

Die Kjölur-Route kann ich leicht zum Entdecken des Hochlandes empfehlen. Es gibt dank diverser Staudammbau-Aktivitäten keine Furten mehr, und nur im Süden stellt die Schlaglochkonzentration einige Anforderungen an die Geduld von Mensch und Auto. Trotz der leichteren nördlichen Hälfte: Ein Allradmobil muß es schon sein! Für die Übernachtung in Hveravellir ist ein sturmstabiles Zelt nötig, die Hütten können schnell überbevölkert sein. Ein guter Schlafsack empfiehlt sich bei den bislang beobachteten Nachttemperaturen von alleine. Gut, man muß nicht immer im September unterwegs sein, aber auch im August sind die Nächte verdammt kalt, nur die Touristenkonzentration ist deutlich höher.

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.Das isländische Hochland ist karg und unbewohnt.

.Die Herðubreiðalindir ist eine Oase in der "Wüste"

.Hochlandstraßen sind i.d.R. nur zwischen Juli und September geöffnet.

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