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Reisefühere Island

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Reiseführer

Der Nord-Westen

Von Blönduós nach Stykkishólmur

Auf dem Weg durch die flache Wiesen- und Seenlandschaft zwischen Blönduós und Laugarbakki kommt man an historisch wichtigen Höfen vorbei. Auf dem Hof Sveinstaðir gab es z.B. einen historischen Þingplatz. Eine interessante Landschaft eröffnet sich dann urplötzlich links der Straße. Die "Hügellandschaft Vatnsdalshólar".

Gleich gegenüber befindet sich die historische Stelle "Þrístapar" - die drei kleinen Hügelchen nördlich der Straße, die am 12. Januar 1830 Schauplatz der letzten Hinrichtung auf Island waren. Hier wurden die Mörder des isländischen Bauern Natan Ketilssson geköpft.

Kirche in Þingery

Der historische Hof Þingeri besitzt eine wunderschöne Steinkirche und liegt am See Hóp. Auf dem benachbarten Hof werden Pferde gezüchtet.

Dann durchfahren wir das fruchtbare Tiefland um den flachen See Hóp.

Auf dem Hof Lækjamót lebten um das Jahr 1000 die ersten Missionare Islands und auf dem Hof Auðunarstaðir lebte Auðun Skökull, dessen Linie bis in die königliche englische Familie zurückverfolgt werden kann. Dann erreicht man das Tal Víðidalur, ein breites grasiges Land das von dem Fluß Víðidalsá, einem guten Lachsfluß, durchflossen wird.

Der Miðfjarðarvatn ist ein ebenfalls historisch bekannter See, groß aber flach und bereits in der Sagazeit (Grettir-Saga) als Ort für Ballspiele bekannt. Auch Stóri-Ós und Reykir sind bekannte historischer Siedlungshöfe. Dann erreicht man die größere Ortschaft Laugarbakki. Das 1000 Einwohner-Dorf liegt am Ufer der Miðfjarðará und wurde erst im Jahr 1933 gegründet. Während der Grettir-Sagazeit wurden hier Pferdekämpfe abgehalten, damals hieß der Ort Langafit.

Der historische Hof Melstaður errang im Jahre 1000, zur Christianisierungszeit, an Bedeutung. Hier wohnten viele Gelehrte, u.a. Ásgrímur Jónsson, der zahlreiche lateinische Werke über Island verfasste. Vorbei am einzeln gelegenen Elfenhügel Álfhóll geht es zur Hrútafjörður und dann hinein in den Fjord. In Reykjatangi ist im Heimatmuseum das Haifischboot Ófeigur ausgestellt.

Auch der Hof Þóroddsstaðir war in der Grettir Saga Schauplatz eines Kampfes zwischen Grettir und Þorbjörn Öxnamegin, der Grettir unterlag und von ihm getötet wurde. Beim Kampf verlor Grettir seine Speerspitze...erst Jahrhunderte später wurde sie im "Speermoor" (Spjótsmýri) wiedergefunden.

Bei Staður steht neben der Raststätte Staðarskáli auch das Denkmal der Postreiter. Denn hier trafen sich früher die Postboten aus dem Süden und dem Norden. Am Trollstein vor dem Hof Staðir wurden die Pferde immer angebunden. Der frühere Reitweg führte auch durch die im Winter recht gefährliche Schlucht Miklagil, an der auch die Straße N1 vorbeiführt. Als im Jahre 1932 das dänische Königspaar über den Hochpass reiste, wurde hier zur Erinnerung ein Denkmal gesetzt, die Steinwarte Kongungsvarða. Der Weg über den Hochpaß führt über die Holtavörðuheiði, vorbei am See Holtavörðuvatn und dem Heiðarsteinn, dem Grenzstein zwischen Mýrasýsla und Strandasýsla. Und weiter durch die rauhe Gebirgslandschaft des Haukadalskarð. Davon ist die Tröllakirkja, mit 1001m Höhe und mehreren kleinen Gletschern, am höchsten.

Die N1 führt dann weiter durch das enge Tal der Norðurá und dann hindurch durch die grünen, von Flussarmen durchschnittenen, Wiesen.

Am Rhyolitberg Baula zweigt, beim Hof Dalsmynni, schließlich der Weg Nr. 60 auf die Snæfellsnes-Halbinsel ab. Hierfür umfahren wir den Kegelberg und gelangen in ein schmales Tal, das beiderseitig, von bis zu 900m hohen Bergrücken, umgeben ist. In diesen, von Flüssen, zerklüfteten Bergen spielten sich viele Episoden aus der Gréttir-Saga ab. Die gesammte Wegstrecke durch diese Berge wird Brattbrekka genannt und führt durch die Flußtäler der Bjarnardalsá, der Suðurá und der Miðá bis hinunter zum Fjord Hvammsfjörður, an dem wir auf die Abzweigung Nr. 57 fahren.

Durch das Flachland Miðdalir fahren wir nun Richtung Stykkishólmur, vorbei am verlassenen historischen Bauernhof des "Frauenheldes" Magnús Jónsson aus Snóksdalur und dem Bauernhof Gneitastekkur, dem Geburtsort von Árni Magnusson. Die Reise geht weiter über den Skogarströnd.

Im Fjord liegen zahlreiche Schären und kleine Inseln, die früher bewohnt waren. Die größte davon ist Brokey. Dort wohnte einst der gebildete Bauer und Falkenjäger Jón Pétursson. Er sprach mehrere Sprachen (deutsch, englisch und dänisch), erntete Eiderentendaunen und produzierte Kinder...davon hatte er 30 Stück...beim letzten war er 80 Jahre alt.

Im Süden des nächsten kleinen Fjordes, in den wir hineinfahren, ragt der Ljósufjöll, mit 1063m Höhe, in den Himmel. Der Berg ist der zweithöchste der Insel und ist oft auch im Sommer schneebedeckt. Im Osten hat man einen Blick auf den Berg Hestur, der wie ein Sattel geformt ist ...und daher eher Hnakkur heißen müsste ( :o))) hier spricht der Reiter... ). In Höhe des bunten Berges Drápuhlíðarfjall führt die Stichstraße 58 nach Stykkishólmur. Dabei führt uns der Weg vorbei am Helgafell.

Stykkishólmur - Kirche

Wer möchte kann hier den kurzen Weg hineinfahren und die Aussicht vom Berg genießen - der Aufstieg auf den 73m niedrigen Berg gelingt problemlos. Ansonsten gelangen wir hinein nach Stykkishólmur, dem "Zentrum" der Halbinsel und wieder zurück

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.Mjólk er góður !

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