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Januar/Februar 2003
Nach über 212 Jahren erscheint Johann Wolfgang von Goethes "Der Versuch die Metamorphose der Pflanzen zu erklären" (1790) erstmals in isländischer Sprache.

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Das Highlight des Monats Februar 2001

Usako & Kousa waren wieder in Reykjavík, um dort den Sysvester 2000/2001 zu feiern. Hier ist ein kleiner Bericht über ihren einwöchigen Aufenthalt...

Reykjavík ohne Schnee

Frohes neues Jahrhundert, Ihr Alle!
Nachdem wir den letzten Sylvester hier mit unseren isländischen FreundInnen gefeiert hatten, mussten wir dieses Jahr unbedingt wieder zurückkommen. Wir sind am 28. angekommen, am 29. haben wir Lebensmittel und Drinks fürs Wochenende eingekauft, und dann am Abend waren wir besoffen, mit Hilmar, Ragna und Eysteinn, so daß wir am 30. fast den ganzen Tag im Bett bleiben mussten. Als wir am 31. endlich wieder aufgestanden waren, war es schon fast soweit für die Sylvester-Feier...

Falls Ihr auch plant, zum Sylvester nach Island zu fahren, hier ist eine Warnung: wir haben einige Touristen gesehen, die, was wir letztes Jahr auch beobachtet hatten, früh abends am 31. auf der Strasse umliefen und vergeblich irgendwelche Aktion, irgendwelche nette Kneipen - oder überhaupt Kneipen. die auf hatten - suchteten. Manche würdern uns fragen, ob wir ihnen sagen könnten, wo es nette Bars gibt, und man könnte ihnen nur sagen: "tja, sie sind alle zu, die Hotel-Bars ist das einzige, was jetzt noch aufhat..." Ja, wir nehmen an, dass immer mehr Leute aus dem Ausland hierhin kommen, mit der Erwartung, die Spektakuläre Feuerwerke und die wilde Feier mitzuerleben, und nicht wissen, dass hier Sylvester oder mindestens der erste Teil des Abends hauptsächlich privat unter Freunden und Famlien gefeiert wird. Alle Läden, Supermärkte inbegrifffen, die normalerweise bis spät nachts geöffnet sind, sowie die staatlichen Alkohol-Läden, machen am 31.12. schon gegen 14 Uhr zu, und spät nachmittags machen die Bars und Restaurants auch langsam zu. Früh abends dann sind die Hauptstraßen Reykjavíks verlassen, nur man sieht nur die besagten Touristen, die wie verlorene Geister umherwandern. Viele Bars machen nach 0 Uhr wieder auf, aber bis dahin - wie gesagt - sind nur Hotels da, um Leute ohne Privatparty-Einladung zu bedienen. 

Oh, und dieses Jahr, als wir in der Stadt ankamen, hatten wir das Gefühl, etwas stimmte nicht. Wir wussten nicht genau was, bis unser Taxifahrer sagte: "Sie haben bemerkt, dass wir dieses Jahr kein Schnee haben?" Es hatte kurz vor Weinachten ein bißchen geschneit, wurde uns gesagt, aber ansonsten gar nicht diesen Winter. Dafür war es absolut eiskalt - wir haben während unseres Aufenthalts Temperaturen von -10C oder noch niedriger erfahren, was (zumindest in diesem Teil des Landes) sehr ungewöhnlich ist.

 

Zwei Puppen auf dem Heizungskörper bei Alma. Es sind Gryla und Leppaludi, die Mutter und der Vater der 13 Weinachtsmännchen. (Ja, in Island haben sie nicht nur einen Santa Klaus sondern 13 Weinachtsmännchen, die jeden Tag ab 24. 12. einzeln zu Besuch kommen, nicht um dir Geschenke zu bringen, sondern um dir Ärger in verschiedenen Formen zu bereiten!)

Anyway, wir waren dieses Jahr bei Alma, zum Dinner mit unseren vertrauten FreundInnen, Bibbi, Alma, Gretár, Irís, Einar & Co. Wir aßen verschiedene, sehr leckere Delikatessen (darunter viele vegetarische Gerichte, sowie Sushi - ein neuer Trend in Island), quatschten, und hörten Musik.

Um 22:30 gibt es eine TV-Sendung, die alle (und wir meinen absolut alle) in Island gucken: "Áramótaskaupid (Lustiger Jahreswechsel)", ein satirischer Blick auf Ereignisse des Jahres. Dieses Jahr war die Parodie vom Film "Dancer In The Dark" (und zwar von der Szene auf der Bahnbrücke - nachgestellt auf einer kleiner Strasse auf dem Land, da es in Island keine Eisenbahn gibt!) absoluter Hit! Die Sendung endet um 23:30, und da hat man gerade Zeit genug, sich zum Feuerwerk um Mitternacht fertigzumachen und draußen zu gehen.

Usako & Kousa gucken Bibbi erwartend zu, während er die Magnum-Flasche Heineken(!) aufmacht und Gretár ängstlich beobachtet.

Wir liefen, mit Flaschen Champagner in Hand, ein paar Blocks bergauf zur Hallgrímskirkja, der Kirche, die am Mittelpunkt von Reykjavík liegt. Dies ist - wahrscheinlich deswegen, weil man von hier einen guten Blick über die ganze Stadt hat - ein sehr beliebter Ort zum Sylvester-Feiern. Inzwischen hatte es endlich wieder angefangen zu schneien, so die Atmosphäre war richtig. Der Platz vor der Kirche war genau so voll wie letztes Jahr, aber wir hatten das Gefühl, daß dieses Jahr noch mehr Feuerwerk abgefeuert wurde. Wir fanden eine kleine Ecke, wo wir stehen und das alles anschauen konnten, aber Sekunden später haben wir gesehen, dass einer direkt neben uns einen Riesenblock Feuerwerk anzündete, und wir flohen schreiend zur anderen Seite der Strasse - nur um dann festzustellen, dass auch hier gerade ein Riesen-Feuerwerk losgelassen wurde! Der Himmel, total gefüllt mit Feuerwerk in verschiedenen Farben, bot einen wunderschöner Anblick. Und das Geräusch, und der intensive Geruch von Feuerwerk...!

Um 0:15 war es schon vorbei (na, nicht ganz vorbei, aber es war viel ruhiger geworden), und wir gingen wieder zu Almas Wohnung, wo noch einige Gäste erwartet wurden, und wir haben bis in die Morgenstunden weiter gefeiert. Überall in der Stadt feiern viele Leute immer bis zum nächsten Morgen, aber wir gingen schon um 5 Uhr nach Hause. Auf dem Weg waren die Strassen wieder voll, von jüngeren Leuten, unterwegs von einer Party zur anderen...

Am letzten Sylvester Nachmittag war Bibbi in stürmischem Schnee-Wetter stundenlang unterwegs, um dieses Plakat über die ganze Stadt zu verteilen. (Nicht das Plakat mit der Frau, sondern das Kleine, Weiß drauf!) Das anonyme Plakat gab das Kommen des neuen "Bibblanium" bekannt. Und dieses Jahr hat er die übrigbleibenden Examplare wieder überall hingehängt, um die Leute ans Bibblanium zu erinnern...

Nach so intensivem Feiern steht natürlich keiner am 1. Januar auf, und wir blieben auch den ganzen Tag im Bett. Am 2. ging Akiko dann schwimmen, in einem von vielen Außenbädern. Alle Schwimmbäder in Island sind mit warmem Quellwasser gefüllt, und es ist immer sehr erfrischend, darin zu schwimmen, besonders in kaltem Winter-Wetter. Es war ein extrem kalter und windiger Tag, und das machte das Schwimmen um so mehr Spass. Am 3. war alles wieder normal, alle gingen zurück zur Arbeit und alle Läden waren wieder geöffnet. Am nächsten Tag waren wir schon auf dem Weg zurück nach Berlin, entschlossen, daß wir nächstes Jahr doch länger bleiben müssen...

liebe Grüße,

Usako&Kousa + Akiko Hada

 

Usako & Kousa's Neujahr-Bericht vom 2000 (nur in englischer Sprache)

Zur Homepage von Usako, Kousa & Akiko

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